Jahreswechsel


das jahr klingt aus
ein kleines „jetzt noch“
trennt uns nur
von einem neuen –
wir gießen blei
und wollen aus den sternen lesen,
was die zukunft bringt.

Das pendel dieser uhr
Mit der wir zeit vermessen
Schwingt nach dem takt der innern unruh
zwischen
vergessen und erinnern
erinnern und vergessen

die zeit ist henne
und ist ei
wir wissen nur:
sie geht vorbei!
auch eine schlange ist ihr bild
sie wechselt nur die haut,
erwürgt sich nicht am ende,
an dem sie nun schon kaut,
seit sie sich selbst gebar.
sie kommt und kam
ist zahm und wild

die zeit und wir:
und das, was ist und wird
und war,
wir fassen’s nicht…
sie ist der wind
sie ist der sturm
wir sind ihr kind
wir sind der wurm

die zeit und wir:
nicht uns braucht sie, zu sein;
sie lädt uns ein,
mit ihr zu geh’n
sie nimmt uns mit
und lässt uns steh‘n.

ich heb‘ das glas,
das die stunden zählt
und stoß’ auf das maß an,
mit dem wir vermählt
der zeiger macht
die letzte runde
10,9,8,7,6,5,4,3,2,1, 0
die korken knallen
und es schlug
die letzte stunde
im alten jahr
du hörst sie verschallen
mit allem, was war

die stunde schlägt allen
mit fäusten und krallen
uns ins gesicht
die zeit, die wir haben
haben wir nicht

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