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Interviewfragen

Um ehrlich zu sein, ist mein Spanisch mittlerweile so schlecht, dass ich es nicht wage, in dieser Sprache einen E-Mailverkehr mit mir noch unbekannten Vertretern von Institutionen, geschweige denn einen öffentlichen Diskurs zu führen. Bei den Interviewfragen und bei der aufwendigen Koordination der Termine im Vorfeld der Reise hat sich für Durchsicht und Formulierung mein Bruder, Rainer Hostnig, der zur Zeit in La Paz für eine von Brüssel finanzierte Projektevaluierung unter Vertrag steht, die Mühe gemacht. Ohne seine Hilfe wäre es mit meinem gebrochenem Spanisch wohl noch wagemutiger gewesen, zB. einen Minister für Bergbau vor die Kamera zu bitten, wenn denn nun ein solches Interview überhaupt zustande kommt. Noch warte ich auf eine Einladung. Etwas Schwieriger gestaltet sich das Vorhaben, auch einen Vertreter der ausländischen Bergbauunternehmen zu finden, der bereit ist, sich meinen Fragen zu stellen.
Sie fürchten wohl weitere Tambograndes und hüllen sich in Schweigen: Eine bewährte Strategie, wenn die ökonomische Macht bei der Manipulierung der Medien nicht ausreicht, bergbaukritische NGO’s auszuhebeln. Dass es auch anders geht und der von den Netzwerken wie MUQUI eingeforderte Dialog mit Regierung und ausländischen Bergbauunernehmen nach Straßenblockaden, Verleumdungskampagnen und einem Toten zu einer friedlichen Lösung des Konflikts führen kann, beweist die Auseinandersetzung um Yanacocha 2006.

Natürlich ist jede Berichterstattung über die drohende Zerstörung von Kulturdenkmälern tendenziös, aber es macht einen Unterschied, ob der von allen Seiten angegriffenen Partei – in diesem Fall die ausländischen Bergbauunternehmen, aber auch die Regierungsvertreter auf nationaler Ebene – die Möglichkeit einer Stellungnahme zu den Vorwürfen eingeräumt wird. Eine Videodokumentation ohne diese Stimmen wäre ziemlich einseitig. Ich will keine Wahrheit verkünden, sondern mich ihr annähern und auch diese Annäherung dokumentieren. Sonst würde ich dieses Medium – wie Peter Heller so zynisch formuliert hat – „als das einzige Schlafmittel missbrauchen, das man mit den Augen einnehmen kann.“

Hier der redigierbare Fragenkatalog

7 Comments
  • renate benner
    Posted at 15:31h, 07 September Antworten

    hallo !!

    Ich brauche ein kurzes lebenslauf von dir und ,alles auf Spanisch, und ein komentar uber was dich motiviert und was du mit den documental machen wirst.
    umbedingd fur interview mit mapuches dirigentes.
    Ich mochte dir ein buch ,den du in computer lesen kannst, senden, aber dafur brauche ich dein mail.
    das buch ist kurz und interesant um sich in die vergangenheit und aktualitet, von der mapuche situazion in chile zu stellen.
    Reni

  • hostnig
    Posted at 12:43h, 05 September Antworten

    Liebe Reni
    Muss ich mich in das Thema erst einarbeiten und warten, was sich ergibt. Möchte ja bis Feuerland hinunter. Ob Interviews auf Regierungsebene zustande kommen, ist nicht so wichtig.
    Will mich im Chile von den sich ergebenden Situationen und Zufällen leiten lassen. Hoffe, dass ich es schaffe, Anfang November in Chile zu sein.
    hasta pronto
    helmut

  • renate benner
    Posted at 11:38h, 05 September Antworten

    Lieber Helmut!

    Mit der regierung habe ich nichts zu tun.
    Die regierung ,macht so als ob sie macht, aber in endeffekt ,tut sie wenig in mapuche tema und wird in interwiev nur lobby fur die regierung machen. Davon sind wir satt!!!
    Werde ein fragekatalog zusammen stellen u. kontakte schaffen, tut mir leid dass ich di mit der regierung nicht helfen kann.
    reni

  • hostnig
    Posted at 18:10h, 03 September Antworten

    Liebe Reni

    Danke für deinen Eintrag. Habe ihn von about auf Interviewfragen transferiert und deine Telnummer herausgenommen, die du nicht so freizügig der Welt preisgeben solltest. Ich habe sie mir notiert. Natürlich freue ich mich über alles, was du unternimmst, damit eine seriöse Doku zum Thema Mapuche möglich wird. Noch aber bin ich derzeit von meinem Peruprojekt so in Anspruch genommen, dass mir wenig Zeit bleibt, auch für diese Doku zu recherchieren. Ich verlasse mich da ganz auf den Zufall und den Schneeballeffekt. Mich interessieren die Bräuche, Feste, Lebensumstände, Musik, Geschichte Araukanens von Pedro de Valdivia bis Pinochet: einfach alles, was damit zusammenhängt.
    Ich freue mich auf dich, deine Schwester und auf alle, die ich hoffentlich noch kennen lernen werde.
    P.s. Du kannst ruhig auf Spanisch schreiben. Ich verstehe so ziemlich alles, nur das Schreiben und Sprechen fällt mir noch schwer.
    Was du für mich tun könntest, wäre einen Fragenkatalog zusammen zu stellen, damit ich weiß, um welche Aspekte es sich handeln könnte. Von Landraub, Formen des Widerstands, Kriminalisierung der Aktivisten, Stellungnahmen der aktuellen Regierung.
    Vielleicht weißt du auch adressen auf gubernamentaler Ebene als mögliche Ansprechpartner. Wer sonst macht sich für die Interessen der Mapuche stark? Gibt es kirchliche Vertreter, die sich für die Mapuche einsetzen usw….
    Wir bleiben in Kontakt
    Abrazos de antemano
    helmut

  • hostnig
    Posted at 18:09h, 03 September Antworten

    Lieber Paul
    Ich habe eben den Artikel über Bergwerk:Peru gelesen. jetzt erst wird mir klar, was ich eigentlich fragen müsste, wenn sich jemand auf ministerialer Ebene herab ließe, mir ein Interview zu gewähren. Ich muss die Fragen präzisieren: ZB. Das Minissterium für Bergbau kontrolliert gleichzeitig auch die Auflagen der Umweltschutzbehörde. Wie soll das gehen? Wurde da nicht der Bock zum Gärtner gemacht? usw… Werde mich an die Neuformulierung der Fragen machen.
    Danke für deinen Beitrag

  • Paul
    Posted at 17:02h, 03 September Antworten

    Lieber Helmut, Du erinnerst Dich sicher an das berühmte „BBC-Video“, daß die Atompläne Israels aufzeigt. Äußerst tendenziös, aber wahr. So wahr, daß es trotz Tendenz, ökonomischer Interessen und Holocaust-Vergangenheit im ORF zu sehen war. (Gottseidank, alles andere wäre an Heuchelei nicht mehr zu überbieten gewesen – wir ham`s eh schon so schwer, heucheltechnisch, in diesem Staat!)
    Also, wenn Du nicht `rankommen solltest an die Minister, sei`s drum, dann müssen die damit rechnen, daß wir einen Film sehen werden, wo mögliche Verflechtungen zwischen Politik und Bergbaulobby unsere Phantasie bemühen, was der Wahrheit wahrscheinlich näherkommen würde, als formelle „Erklärungen“ peruanischer Politiker.
    Viel Glück!

  • hostnig
    Posted at 13:55h, 03 September Antworten

    Reni Benner:
    hallo helmut
    Ich bin die schwester von maria Luisa benner, wohne in valdivia.
    Habe erfahren du kommst nach Chile, um ein bericht uber die Mapuche situation machen…. mein deutsch ist nicht das beste, ich hoffe wir verstehen uns..
    ich konnte dir ein paar kontake machen ,zum beispiel, mit Jose Aylwin, observatorio derechos indigenas y cuidadanos und mit ein paar dirigentes mapuches. Auch mit Fernando Matrinez ,encargado pastoral indigena del sur. Wir konnen auch nach mississipi fahren, an der Kuste ,dort konnen wir mit eine comunidad lafquenche ,die in moment eine kritike situazion erlebt, uns treffen.
    Ich werde versuchen ,auch dass du dich mit Elena Varela auch treffen konntest, dass sehe ich nicht so moglich, aber v ielleicht schaffen wir es.
    so wehre gut du sagst mir was du genau mochstest

    ich erwarte deine antwort!!
    liebe grusse

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