Interessen der mining companies

Nach 2 wöchigen Recherchen und E-Mailaustausch mit meinem Bruder haben die ausgedruckten Seiten Buchstärke. Alle diese Informationen auf einer Plattform zu sammeln und mit weltweitem Zugriff abrufen zu können, erspart es mir, das Material auf die Reise mitnehmen zu müssen. Was für eine Erleichterung.

Heute stieß ich auf eine deutsche Seite mit Analysen über gewinnversprechende Aktien von Vena Resources, einer kanadischen Bergbaufirma, die mit den Bohrungen für den Uranabbau in Macusani schon begonnen hat und jetzt nur noch auf das grüne Licht der Regierung wartet und mit Rohstoffperlen auf den Spuren der Inkas Börsenspekulanten umwirbt.

Die Bohrkonzessionen, die von der Regierung erteilt wurden, riefen nach Veröffentlichung der Forschungsergebnisse meines Bruders über die von ihm recherchierten und registrierten Felsbilder neben den Archäologen auch die Umweltschützer auf den Plan. Natürlich blieben auch die Investoren nicht untätig und bestellten eine Archäologin, die mit Studenten der Universität das Areal erkundete und über  200 Stätten in die Registrierung aufnehmen ließ, ohne sich je auf das von meinem Bruder schon Recherchierte zu beziehen. (Videodoku auf Youtube) Schlimmer noch: Die Daten werden zurückgehalten. Ein Gesetz nämlich sieht vor, dass keine Schürfrechte erteilt werden dürfen, wo nationales Kulturgut bedroht ist. Die nationale Presse ist mobilisiert und es gibt auch schon Stimmen, welche die Investoren warnen, sich nicht zu früh zu freuen: Ein erster Erfolg für Archäologen, Umweltschützer und Vertreter von NGO’s, denen die Zerstörung dieses einzigartigen Kulturerbes nicht gleichgültig ist.

Aber auch auf anderen Kontinenten sind Fundorte von Felsbildmalereien, die uns weit bis ins Paleolithikum entführen, von Zerstörung bedroht: Wie zB. in Australien. Archäologen auf der ganzen Welt aber vernetzen sich mittlerweile und tauschen ihre Erfahrungen im Kampf gegen deren Zerstörung aus.

Der Fragenkatalog ist ins Spanische übersetzt fertig. Am Exposee arbeite ich noch. Ich glaube, ich darf schon aus filmischen Gründen das für den 20. September geplante Festival nicht versäumen. Mein Bruder meint, es sei nicht einfach, da ich auch vor Ort Transportmöglichkeiten suchen muss, die nicht leicht zu beschaffen seien.  Wir werden sehen. Zuerst muss ich wissen, ob ich die Höhe ertrage. Leider habe ich nach meiner Ankunft nur wenig Zeit, mich an die Höhenstufen anzupassen. Außerdem hat es dort oben 10 Grad unter Null. „Da musst du dich warm anziehen“, sagt man in Wien. Was soviel bedeutet wie: Mach dich auf was gefasst oder nichts ins Hemd!

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