Rheindelta im Winter

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Ein strahlend schöner Christsonntag, der zu einem Spaziergang in das Naturschutzgebiet am Rheindelta  einlud. Der See spiegelt den  Himmel wie nur im Winter so blau, da nichts seinen Grund aufrührt. Keine einzige, noch so sanfte Welle rollt auf seine Ufer zu und die flachen Steine – von geübter Hand geworfen – hüpfen in springendem Flug über das Wasser, bis sie mit immer kürzeren Sprüngen erschöpft aufgeben und auf Grund sinken, um ihre Reise ans Ufer erneut anzutreten. Ein Hund rennt einem Stock nach. Die Menschen gehen paarweise, entweder engumschlungen oder Abstand haltend voneinander. Einer geht allein und hält sich mit einer Hand das Ohr. Nein, er schützt es nicht gegen den Wind. Er telefoniert. Das einzige Grün bis auf oh Tannenbaum findet sich in den Kronen der jetzt vom Laub befreiten Bäume. Es sind weißbeerige Mistelzweige, Parasiten mit angeblich beziehungsfördernder Wirkung, wenn man sich unter ihnen küsst. Mir haben es die Birken angetan: Mit ihrer weißen von schwarzen Punkten gefleckten Borke die Dalmatiner unter den Bäumen. Was ich beim Nachschlagen herausfand: Das aus der Rinde gewonnene Birkenpech lieferte den ersten Kunststoff der Menschheitsgeschichte und diente schon bei den Neandertalern als Klebstoff.

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