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In einer neuen Zeitrechnung leben (final)

Und noch einmal – das letzte Mal (versprochen) eine Sammlung von erweiterten Nennformgruppen aus Zeitungen und Tagesmeldungen der letzten Woche. Auffällt, dass mit den beginnenden lockerungen nach den Maßnahmen die Folgen der Krise in den Vordergrund rücken, sich nach nationalem Schulterschluss die Opposition zurückmeldet und ebenso wie die Zivilgesellschaft, die auch aus der Schockstarre erwacht ist, Transparenz einfordert. Die bange Frage bleibt im Raum stehen, wer die Last der aufgenommenen Schulden tragen wird, wie viele der Verordnungen zurückgenommen werden, wer die neue Normalität definieren und wie sie aussehen wird.

Ein paar lustige Wortmeldungen aus den social media-Kanälen hab ich auch gesammelt und will sie meinen LeserInnen nicht vorenthalten:

Wenigstens da fliegt man noch. Aus der Leitung nämlich.

Höre gerade im Radio: „Heiraten im engsten Familienkreis ist erlaubt“

Er sagte „Die Wahrheit ist eine Tochter der Zeit“ und war der „Opa der Lüge“. Eine schreckliche Gestalt.

58 Prozent der Menschen wollen Vermögenssteuern.
48 Prozent der Menschen wollen ÖVP.
Entscheidets euch.

Übers Doskoziel hinausschießen (Doskozil ist burgenländischer Landeshauptmann (SPÖ), der den Zugang zum Neusiedlersee eingeschränkt hat)

Wir erleben eine sensorische Deprivation…
Seitdem die Stadt ruhiger ist, erwache ich in der Dämmerung manchmal vom Ruf eines Uhu und bin ganz beglückt. Jetzt erzählt mir der Nachbar, das sei eine Taube, und wenn mich das Mistvieh noch einmal weckt, raste ich aus.

Urlaub auf Dahamas

Die Bandbreite zwischen benötigen und haben wollen ist so breit, wie die Mariahilfer Straße lang

Dieter Chmelar: Bereits ein Standard im öffentlichen, beruflichen oder privaten Diskurs: „Nach der Krise.“ Erinnert an Schwejk: „Also dann“, ruft er an der Front des Ersten Weltkriegs seinem Saufkumpanen zu, „(bis) nach dem Krieg um halb sechs im Kelch!“ (Lokal in Prag)

JA NATÜRLICH LASS ICH MICH GERN ANSCHREIEN DU HORST !!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Aber, hey: diE idENtitÄrEn SiNd kEInE aNTisEmiTeN!

there is no glory in prevention

Wir gehen sehr leichtfertig mit dem Begriff „Risikogruppe“ um. Alte und Kranke sind kein Risiko. Sie sind Risiken ausgesetzt, die von anderen an sie herangetragen werden. Jene sind die eigentliche Risikogruppe. Merke: Jedes Risiko hat zwei Seiten.

tax the rich

Ellbogengruß“

14.04 – 18.04.
Milliardenpakete auf Pump schnüren
als Fremde im eigenen Land behandelt werden
sich Sorgen um die Langzeitfolgen für Schuldkinder aus bildungsfernen Schichten machen
die problematische Macht der Finanzmärkte einschränken
ein Souveränitätsleck im Umgang mit Kritik haben
Erhabenheit über Grundsätze des Rechtsstaatlichen erkennen lassen
über Pressekonferenzen ohne Jounalisten protestieren
ein Gespräch über Optimierungspotentiale führen
die Digitalisierung demokratischer Prozesse vorantreiben
Kritik am Roten Kreuz üben
Nachschubprobleme enthüllen
Staatshilfen an Klimaschutz binden
an einem Marshallplan für den Wiederaufbau arbeiten
das Hochgefühl des corona-gerechten Vernaderns erleben
eine zweite Welle an Erkrankungen nicht ausschließen
Lehren aus der Krise ziehen
die Rolle des Staates neu beurteilen

13.04.
sich jeder Debatte zur Verhältnismäßigkeit von Krisenbekämpfung verweigern
Ums nackte Überleben kämpfen
das Land in Beugehaft nehmen
Prognosen nach unten korrigieren
Auflagen für Flugreisende lockern
Gemächliche Auferstehung feiern
Endlich den Balkon bepflanzen können
Bundesgärten für Soft Opening vorbereiten
Abstandregeln einhalten
erneut Symptome entwickeln
mit Notbremse drohen
maskiert shoppen gehen
die neue Form der Normalität infrage stellen
sich über die Entwicklung sehr besorgt zeigen
Soldaten heimholen
die Bandbreite zwischen benötigen und haben wollen
zum Halali blasen
den Unterschied zwischen Bedürfnis und Bedarf definieren
die Lösung in einem Sanierungsverfahren sehen
dem Finanzminister auf die Finger schauen
mit der größten Rezession seit der Großen Depression rechnen
Notkredite gewähren
die Weltwirtschaft in Tiefschlaf versetzen
humanitäre Grenz- und Migrationspolitik gestalten
ein europäisches mare nostrum initiieren
Kinder weiterhin zu Hause betreuen
keinen Anspruch auf Entgelt haben

1 Comment
  • Ingrid Dogan-Eichner
    Posted at 21:01h, 21 April Antworten

    Hallo lieber Helmut,
    du bist ja rege! Sehr vergnüglich und interessant deine Texte, Aussagen, Meinungen…
    Lieben Gruß

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