10 Feb. Ebenbild
ich bilde mir was ein
ich mache mir ein bild
jetzt bin ich im bild
Das bild von mir
ist nicht mein eben bild
ist eben nur ein bild
das bild ich mir nicht ein
das wöre eingebildet sein
das bild stellt etwas dar
bildlich gesprochen
die bildliche Darstellung des Gesprochenen
ist in der Sprache des Bildes eine sprachliche Abbildung
die man Bildsprache nennt
und über Sprache hinausgeht
es gibt kein bild ohne blick auf das bild
jeder augenblick speichert ein bild
wir werden von bildflut überschwemmt
ein gemaltes bild schenkt uns einen Einblick
der blick setzt das bild ins bild und übersetzt den blick auf das bild in sprache
das so besprochene bild ist ein spiegelbild
es zeigt, was wir sehen wollen und stellt dar, was unausgesprochen bleibt
der anblick eines bildes ist bildlich gesprochen die summe vieler augenblicke
ein bild kann bilden ohne bildung vorauszusetzen
bilder können gestürmt werden
das ist bildlich gesprochen
das bild kommt ohne sprache aus, die Sprache nicht ohne bilder
sprachbilder sind keine bildsprachen
bildsprache kann gelesen werden
wenn man den blick für das bild hat
ein bild haftet sich auf unseren blick
das bildhafte nimmt uns in haft
wir entkommen dem bild nicht
ein einzelnes bild kann bildfolgen auslösen
und stürme von bildern
und bilderstürme
die abgebildete wirklichkeit ist nicht wirklich
das auf mich einwirkende abbild von wirklichkeit ist eingebildet
das im bild nicht sichtbare ist wirklich
das nicht sichtbare abzubilden und ins bild zu setzen ist bildkunst
jetzt habe ich mir ein bild gemacht
Ein Bild von einem Mann
ganz schön eingebildet
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Ruth Thurnher
Posted at 18:17h, 11 FebruarUnglaublich was ein Bild im Sprachgebrauch alles kann. Bilder sagen oft mehr aus als Worte. Sie helfen auch bei der Merkfähigkeit. Wäre interessant zu wissen, was ein von Geburt auf Blinder an Bildern im Kopf hat.