Sein

SEIN

Nein so kannst du nicht beginnen
Du fielest mit der Tür ins Haus
Und wärest du erst einmal drinnen
Fändest du nicht mehr heraus
Fensterlos mit langen Gängen
laden Türen dich hinein
Zu 77 Räumen: weiten, engen…
Und zu einem früh’ren Sein:
Du gehst in eins der Zimmer;
in jedem hängt ein Bild von dir:
Zeugen vom Gewesensein
in einer andern Zeit;
von einem Einst und Nimmer,
doch keins von jetzt und hier
ein Dieb schleichst du
von einer Tür zur andern.
Kein Mond, kein Stern
schaut deinem Wandern zu.
wie im Traum gehst du
durch jeden Raum…
und plötzlich steht ein Kind vor dir
und nimmt dich an der Hand
Komm! sagt es. Großer Bruder, komm mit mir!
Ich kenne dich. Ich hab dich gleich erkannt.
Komm spiel mit mir und fang mich!
Mach nicht die Augen zu!
Denn wenn du mich gefangen hast,
bist du mein ich
und ich bin dann dein du…
Mit Lachen und mit roten Wangen
spielten sie: Einander fangen.
Dann schlug die Kuckucksuhr die Mitternacht.
Im Traum noch bin ich aufgewacht
mit großer Angst und Bangen
Der Mond schien in ein Zimmer
Aus Einst war wieder Nimmer
War nicht im Jetzt und nicht im Hier
Ich war nicht Ich. Ich wusste nichts von mir.
Ich war nicht Mensch, noch war ich Tier
War’s eins von diesen Zwischenreichen?
Warst du Pflanze? Warst du Stein?
Wenn‘s nicht Tod war, war es Leben?
Nichts dergleichen:
Mein Schlaf war nichts als pures Sein

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