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Ausflug nach Tiwanaku

Kaum zwei Autostunden von La Paz entfernt liegt nicht nur ihre Wiege, Laja, sondern – wie einige behaupten – nach Chavin und Huari auch die vieler suedamerikanischen Kulturen, von denen die Tempelbauten in Tiwanaku beeindruckendes Zeugnis ablegen.


Die Kirche in dem von Mendoza 1548 gegruendeten Laja, wurde wie die Eisenbahnanlagen und manche Haeuser in La Paz aus dem Steinbruch dieser Tempelanlage gebaut.

Bevor ich mich weiter ausbreite, indem ich aus schon vorhandenen Artikeln nur zitiere, lieber gleich eine lesenswerte Quellenangabe, die weit ueber das in Wikipaedia Recherchierte hinaus geht. Radioncarbonmethode oder archäoastronomische Datierung: Tiahuanaco bleibt ein Raetsel.

Es gibt Wissenschafter, darunter ein Oesterreicher aus der K&K-Zeit, Arthur Posnansky, die davon ausgehen, dass Tiahuanaco vor 15.000 Jahren die erste Zivilisation der Menschheit hervorgebracht haben soll. Feststeht, dass dieses „steinerne Raetsel“ im Altiplano (4000 m) mit seinen 100 tonnenschweren Monolithen am Ufer des Titicacasee,s gelegen war, der heute 20 km entfernt liegt.

Viel von dieser praekolombianischen Kultur des Tiahuanaco, das zum Weltkulturerbe erklaert worden ist, vor allem der Technik des fugenlosen Mauerns,  haben die Inkaherrscher bis zu Pachacutec uebernommen und lange noch nach der Zerstoerung dieser Tempelstadt die Maurer aus der Gegend nach Cusco verpflichtet, um ihre Kunst dort an den Sakralbauten des Tawantinsuyu auszuueben.

Auch hier Japaner in grossen Gruppen. Trotzdem – verglichen mit Machu Pichu, das taeglich von ueber 5000 Gringos aus aller Welt besucht wird -, ein sanfter Tourismus.



Noch immer wird ausgegraben. Noch immer werden sensationelle Funde gemacht. Der ueber 5 m hohe Megalith, der wie die Muster oben zeigen, feinste Steinziselierungen aufweist und wie das Sonnentor aus einem Block gehauen ist, steht mittlerweile bewacht im Museum. Auch im Gelaende darf ich – aus uns unerfindlichen Gruenden – kein Stativ aufbauen.

Dazwischen besuchten wir eine Zweigstelle der katholischen Universitaet von La Paz in Tiwanaku, in der, – finanziert von norwegischen Geldern-, den Kindern mittelloser Bauern aus der Umgebung Landwirtschaftsunterricht auch in der indigenen Sprache „Aymara“ erteilt wird.
Nachdem wir einem solchen Unterricht beiwohnen durften, gab mir  Mario Enriquez, Freund meines Bruders und Professor fuer nachhaltige Landwirtschaft ein Interview ueber die Unterschiede in der Agrarpolitik Evo Morales und seines Vorgaengers.  Was ich heraushoerte, war, dass die Agrarwirtschaft fast ausschliesslich auf Exportprodukte ausgerichtet war und zB. Getreide zu 70 % eingefuehrt werden musste. Die jetzige Regierung lege groesseren Wert auf Diversitaet und Eigenanbau. Auf die Frage, was er von der Erweiterung der Kokaanbauflaechen halte, gab er mir nur ausweichend Antwort. Es ist ein heikles Thema.

Morgen gehts weiter nach Chile. Nach soviel Altiplano endlich wieder Meereshoehe. Das wird mir gut tun. Es ist spuerbar waermer geworden. Heute hat es das erste Mal geregnet.  La Paz – Antofagasta: Ein 26 Stundenritt und dann noch einmal 1000 km nach Santiago. Das wird hart. Dort einmal angekommen, habe ich beinahe die Haelfte der Strecke zurueck gelegt. Haltet mir die Daumen!

1 Comment
  • chb
    Posted at 04:43h, 30 September Antworten

    es ist einfach toll deinen berichten zu folgen und spannend die orte aus deiner sicht kennenzulernen. du bist derart fleissig, dass ich mit dem ruhigen lesen gar nicht nachkomme sondern oftmals beiträge nur überfliegen kann, in der hoffnung später ruhe zu finden, um nachzulesen.

    deine beschreibungen lassen sich für mich auch kaum diskutieren – höchstens taucht hie und da eine frage auf.

    weiterhin gute reise und es ist beruhigend von dir zu lesen.hoffe deinem equippement gehts auch gut ;))

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