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Mit Solex Resources unterwegs

Es hat geklappt. Nach einem Fruehstueck in der unternehmenseigenen Kantine mit Alfredo Gamarra, ein Bergbauingenieur von Solex Resources, einem der groessten Bergbauunternehmen kanadischer Herkunft, nimmt er mich mit zu den Plattformen, wo Solex Resources Bohr- und Schuerfrechte besitzt. Solex Resources haben ihren eigenen Stuff, zu dem nicht nur Geologen, Bergbauingenieure, spezialisierte Arbeiter, Chauffeure, Sekretaerinnen und ein Koch gehoeren. Sie haben auch einen Archeologen angestellt, was meinen Bruder zu schlimmsten Befuerchtungen Anlass gibt.
Es ist sehr betriebsam. Ein grosser Fuhrpark im Hof. Laptops, Karten und Stellagen mit Gesteinsproben in den weitraeumigen Bueros. Darueber Unterkuenfte fuer die Arbeiter. Ein von Macusani vollkommen unabhaengiges Unternehmen.

Wieder geht es steil hinauf auf 4700 m und es gelingt mir, Ing. Alfredo mit beilaeufigen Fragen warm zu reden. Er ist neugierig und moechte wissen, wer die Bauernvertreter gewesen seien, die ich gestern interviewt hatte, und wie die Buergermeisterin auf Solex zu sprechen sei.  Vorsichtig umkreisen wir uns. Ich will nicht mit der Tuer ins Haus fallen. Stelle mich dumm. So dumm wie ich auch bin, weil ich das ganze Prozedere der Urangewinnung nicht verstehe. Da wieseln Arbeiter mit blauen Helmen ueber das Hochland und schleppen lange Schlaeuche, andere bearbeiten mit einer Spitzhacke den Boden und ziehen meterlange Furchen in die Pampa. Alfredo hat einen weissen Helm. Ich auch. Sein Fahrer ist ziemlich wortkarg. Ich will ihn – eine guenstige Gelegenheit abwartend – fragen, was er verdiene, aber er verweist auf Don Alfredo. Es scheint alles in einem grossen Tempo geschehen zu muessen, denn er aergert sich ueber die Faulheit der Leute, die nach meinem Dafuerhalten ohnehin ihr Letztes geben, wenn man bedenkt, auf welcher Hoehe hier gearbeitet wird.
Er zeigt mir eine Plattform mit perforiertem Gestein. Ob es uranhaltig ist und ein Abbau sich lohnt, koenne erst entschieden werden, wenn das Gestein zermahlen sei. Dies geschehe in Juliaca. Radioaktiv und gefaehrlich¿ Aber warum denn? Seit tausenden von Jahren leben die Menschen hier mit der natuerlichen Strahlung. Ausserdem tragen wir Helme und Handschuhe und beachten die Vorschriften. Felsen mit Dynamit in die Luft gesprengt und pulverisiert? Aber nein doch. Hier und da vielleicht. Aber sicher keinen Wald von Felsen. Und was geschieht mit den mit blauem Plastik ausgelegten Schaechten und Drainagen? Die werden wieder aufgefuellt, sodass nachher niemand weiss, dass wir da waren. Fuer die Umwelt ensteht kein Schaden. Und die Felsbilder? Wir sind keine Grabraeuber. Wir achten das kulturelle Erbe unseres Landes. Das alles wird mir vor einem mit blauem Plastik ausgelegten grossen Aushub erklaert. Im Hintergrund der majestaetische Allin Capac.
Senor Alfredo moechte gerne meinen Bruder kennen lernen, um seine Bedenken zu zerstreuen. Senor Alfredo hofft, dass er mir helfen hat koennen und weiss gar nicht, wie gut. Ich bin noch zum Mittagessen eingeladen, aber ich muss zurueck, weil wir gegen Mittag aufbrechen wollen, um noch vor Einbruch der Dunkelheit wieder in Cusco anzukommen.
German haette gerne, dass ich wieder komme, um das Festival zu dokumentieren. Das wuerde ich gern, nur bin ich erst einmal froh, nach zwei Tagen ohne Wasser und ununterbrochen auf den Beinen wieder einmal duschen zu koennen und nicht mehr nach Luft japsen zu muessen, wenn ich drei Schritte mache. Ausserdem war ich viel zu unvorsichtig und habe mich im Gesicht und auf den Haenden verbrannt.

Uebrigens:
Wie es den Navajos erging, auf deren Boden in den Reservaten Uran gefunden und im Tagbau abgetragen worden ist, erzaehlt dieser Bericht. Wen das Prozere der Urangewinnung interessiert, kann sich mit diesem Dokument (span.) informieren. Wer Infos auf deutschen Seiten findet, bitte ich, mich zu benachrichtigen.

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