„Reichtum geht – Armut bleibt“

Nach Durchsicht der vorhandenen Dokumente (bergbauin-peru) – die Recherchen werden immer umfangreicher – werden mir die Bruchlinien zwischen den Antagonisten immer klarer. Auf der einen Seite die Bemühungen meines Bruders und die anderer namhafter Archäologen die Felsbilder mit der in sie eingebetteten imposanten Felslandschaft zu retten, die mit Versprechungen von seiten der Bergbauunternehmen und von bergwerkkritischen NGO’s (bergbau_peru 1, bergbau_peru2) in die Zange genommenen Bauernvertretungen, die von den Lizenzgebühren geblendeten Vertreter staatlicher Behörden auf lokaler und regionaler Ebene, aber auch anderen Autoritäten, die unbestechlich die Interessen der von ihr gewählten Bevölkerung wahrnehmen: Dieses ganze Beziehungsgeflecht, an das die unterschiedlichsten Positionen geknüpft sind, schon im Vorfeld meiner Reise zu entflechten, sehe ich als vordringliche Aufgabe.

So muss auch der schon fertige Fragenkatalog noch einmal und wahrscheinlich noch des öfteren redigiert und korrigiert oder um Fragestellungen erweitert werden: So zB. möchte ich Antwort auf folgende Feststellungen:

  • Die Bergbauunternehmen machen Millionengewinne mit dem Abbau von Hunderten von Tonnen von Mineralien, da die Weltmarktpreise – unter anderem auch für Uran – sehr hoch gestiegen sind. Der Beitrag der Bergbauunternehmen – der durch Gesetze festgelegte canon minero – ist gegenüber diesen sehr hohen Gewinnen gering. Im Wahlkampf hatte Alan García von einer Übergewinn – Steuer für die Bergbauunternehmer gesprochen, wie sie in Europa und den USA üblich ist. Jetzt sollen es nur noch freiwillige Beiträge sein, um die Steuerstabilität nicht zu gefährden.
  • Die Lizenzgebühren für den Abbau von Mineralien durch ausländische Bergbauunternehmen, die in Infrastrukturprogramme der betroffenen Gemeinden zurückfließen sollen, sind lächerlich gering. Von diversen NGO’s wie Conacami oder Muqui werden daher Nutzungsentschädigngsverträge – sogenannte regalias – gefordert.
  • Nach Gold, Silber, Zinn und Kupfer ist die Suche nach Uran (U308) neu in Peru. Das hat wohl auch damit zu tun, dass nach den explodierenden Kosten für Erdöl weltweit der Bau von Atomkraftwerken vorangetrieben wird. Sind die Menschen in den durch Uranabbau betroffenen Gemeinden wie zB. in Macusani-Corani über die Gefahren eines Urantegebaus aufgeklärt worden?
  • Was geschieht mit den strahlenden Abfallbergen, deren ökologische Lagerung mit enormen Kosten verbunden ist? Sind die ausländischen Bergbauunternehmen verpflichtet, die Gruben und Abraumhalden – sogenannte tailings – nach Beendigung der Berbauaktivitäten zu rekultivieren oder zu entsorgen?
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