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In Puerto Natales

Den Abend liess ich mit einem Calafatelikoer ausklingen. Soweit ich verstanden habe, ist Calafate nicht nur eine kleine Stadt am Fusse eines Gletschers, sondern auch eine in dieser Gegend angebaute weinaehnliche blaue Frucht, aus der alles Moegliche gewonnen wird. Es dient auch als Zutat zum Pisco sour und – so meint die Bedienung – gibt eine gute Marmelade. Mir schmeckt der Calafate.

Die Zigarettenschachteln zeigen – einfallsloser als in Europa – immer das gleiche Bild von durch Nikotinkonsum verursachter Zahnfaeule: Ein Gebiss, das mit fortgeschrittener Parodontose den Raucher aus jeder Packung angrinst und durch die Zahnluecken zischelt: „Kommst auch noch in meine Ecke.“  Jemandem mit dritten Zaehnen jagt das keinen Schrecken ein.

Pto. Natales – 270 km von Punta Arenas entfernt – lebt vom Tourismus und liegt in der Region „ultima esperanza“ – wie alle Namen erzaehlen sie Geschichte. In Puerto Hambre zB. haben sich 1520 Spanier ansiedeln wollen. Alle sind sie hungers gestorben. Der ergebnislose Versuch ueber die Seenplatte einen Weg zum Pazifik zu finden, gab der Region ihren Namen.

Kaum eine Auslage in den Geschaeften, in welcher nicht Treckingtouren und Ausruestung angeboten wird. Der Rest Hospedajes, Hostales, Hotels, Imbissstuben, Restaurants und Geschaefte. Zur Zeit ist nicht Saison. Deshalb sind die Preise moderater. Habe eine guenstige Unterkunft mit einem ofengeheizten Zimmer gefunden. Es ist nicht wirklich kalt und in der Sonne wuerde ich mir am liebsten Jacke und Pullover vom Leib reissen, aber es geht staendig ein Wind. Ich beherzige den Rat von Reni und kleide mich zwiebelschalenartig. Den Hut aber trage ich immer, auch wenn die Einheimischen keine Kopfbedeckung tragen, ist hier und in Punta Arenas die Strahlung besonders hoch.

Das Dorf mit seinen 16.000 Einwohnern selbst, das in einer von schneegekroenten Bergen eingefassten Bucht liegt, wo einst Englaender und Spanier  verzweifelt nach einem Ausgang zum Pazifik gesucht haben, ist kein Reiseziel, waere es nicht die Pforte zum Nationalpark „Torres del Paine„, der – wie ich eben heute in einer Zeitung gelesen habe – zu den 10 schoensten Treckingtouren der Erde gehoert.

Habe mir eben eine ganztaegige Tour zu den Torres del Paine  fuer morgen frueh gebucht. Die Landschaft muss spektakulaer und einzigartig schoen sein. Bin schon neugierig.

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