Gedicht zum Jahreswechsel

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Jahreswechsel

das jahr klingt aus …
ein kleines „jetzt noch!“
trennt uns nur
von einem neuen –
ich hoffe und ich habe angst
und wünschte mir
ich könnt‘ aus händen, sternen, knochen lesen,
was die zukunft bringt.
die schlange zeit:
sie wechselt nur die haut,
erwürgt sich nicht am ende,
an dem sie nun schon kaut,
seit sie sich selbst gebar.

die zeit und wir:

nicht uns braucht sie, zu sein;
wir geh’n mit ihr,
sie nimmt uns mit.

ich hebe das glas,
das die stunden zählt
und stoß’ auf das maß an,
mit dem wir vermählt
ein zeiger macht
dann
die letzte runde
10,9,8,7,6,5,4,3,2,1, 0
die korken knallen
schon schlägt die stunde
eine neue beginnt
man hört sie verschallen
das „jetzt noch“ verrinnt
die stunde schlägt allen
mit fäusten und krallen
uns ins gesicht
die zeit, die wir haben
haben wir nicht

1 Comment
  • Ingrid
    Posted at 09:59h, 30 Dezember Antworten

    lieber helmut,

    danke für die schönen worte – und dir auch ein gutes Jahr 2012 – so viel zeit wir eben haben, um sie zu genießen.

    ingrid

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