Midtown, Downtown, Chinatown

P1120039New York hat viele Stadtteilnamen, von denen Bronx, Harlem, Soho, Greenwich Village u.a. schon der Filme wegen, die dort ihre Kulisse haben, weit über die USA hinaus bekannt sind. So auch Chinatown, das sich krakenartig ausbreitet, Llittle Italy beinahe schon absorbiert hat und mit beinahe 7% Bevölkerungsanteil die größte ethnische Enklave der westlichen Hemissphäre bildet. Hier wird fast ausschließlich Mandarin gesprochen.

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Die Straßenzüge sind mit Lampions geschmückt, die Häuser haben pagodenartige Aufbauten und die Wände mit den zur Architektur gehörenden Feuerleitern sind bis hinauf in den dritten Stock mit chinesischen Schriftzeichen bepflastert.  Selbst die Telefonhütten tragen Drachensymbole.

P1120022P1120016P1120041P1120033Ich stehe am Bloody Angel der Five Points, einem ehemaligen Slum, in welchem die Flying Dragons oder  andere Geheimbünde, organisiert als Tongs, sich gegenseitig bekämpften und hier ihre Bandenkriege ausgefochten hatten. Die Massaker, die bis 1933 hier stattgefunden haben, wurden in dem Film von Oliver Stone „Year of the dragon“ thematisiert. Der Showdown auf der Eisenbahnbrücke zwischen dem Anführer der Triaden und dem von Mikey rourke gespielten Law and Order Officer bezeichnete Quentin Tarantino  als einen seiner absoluten Lieblings-Killer-Movie-Moments.

P1120029P1120051P1120061P1120069Die als Kulis für den Eisenbahnbau angeheuerten Chinesen hatten ein trauriges Los. Der aus Hannover stammende Weltreisende J.J. Benjamin  schrieb kurz nach dem Goldrausch::  „Sie verdienen in diesem Lande in der Tat alles Beileid, denn sie werden daselbst schlechter als die Hunde behandelt. Wenn jemand einen Chinesen umbringt und ihn seiner wenigen sauer verdienten Dollar beraubt, so hat er im voraus keine Bestrafung zu gewärtigen, da man auf diese Nation vor Gericht keine Rücksicht nimmt, und auch kein Weißer geneigt ist, zugunsten des verlorenen „himmlischen Bewohners“ ein Zeugnis abzulegen. In den Minen, wo Tausende von den Landsleuten des Konfuzius arbeiten, haben sie nicht gleiches Vorrecht, man lässt sie nicht auf Strecken arbeiten, die sich rentieren, und sie werden bei dem ersten Versuch von der Grausamkeit derer wieder vertrieben, welche die Flagge der Freiheit an ihren Mastbäumen aufhissen, und mit liberalen Lockpfeifen die Fremden an ihre Ufer ziehen.“ (Quelle)

Erst nach dem Zweiten Weltkrieg, an welchem sich viele Chinesen beteiligt hatten, nach der Eindämmung der Bandenkriege und neuen Einwanderungsbestimmungen für Chinesen, die den Immigranten auch Familienzuzug erlaubte, verbesserten sich ihre Lebensbedingungen.

P1120005P1120063Es herrscht reges Treiben auf den Straßenmärkten; neben Gemüse und Obst sind es vor allem gefälschte Produkte der großen Labels, seien es Uhren, Parfum oder Schuhe, aber auch allerhand Kitsch made in Hongkong. Braungebeizte Enten hängen kopfüber in den Schaufenstern, eben werden geschlachtete Schweine zugeliefert, und es stinkt nach Fisch. In den Restaurants, die auch von den New Yorkern gern besucht werden, isst man dim sum, eine Art Fastfood, das man von Servierwagen herunter nimmt und anschließend   nach der Anzahl der Teller bezahlt.
P1120090P1120105P1120094Müde vom stundenlangen Gehen erhole ich mich auf der Esplanade, einer wunderschönen Promenade mit Blick auf den Hudson River und die kleinen vorgelagerten Inseln von Ellis und Liberty Island.

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