Lugo: Lucus Augusti/Galicia

lugo (1)Der Taxifahrer, der uns zur Praia das catedrais gebracht hat, hatte uns zwar Mondonado als nächstes Ziel vorgeschlagen, der unsicheren Busverbindungen wegen haben wir uns aber dann für Lugo entschieden und es nicht bereut.

Auch auf Überlandfahrten mit dem Bus ist die Armut der Region spürbar. Entlang der Route viele alte, noch mit Schiefer gedeckte Häuser, die dem Verfall preisgegeben sind. Kleine Parzellen, auf denen noch Landwirtschaft betrieben wird, wenig Kühe und Rinder, deren Export nach Großbritannien durch die Konkurrenz aus USA und Australien, ersetzt worden ist, wie der Reiseführer mir zu bedenken gibt. Ein paar Steinbrüche, in denen Marmor, Granit, Schiefer und Kalkstein abgebaut wird, aber kaum Industriebetriebe.

Lugo gilt als die älteste Stadt Galiciens. Im 3. Jahrhundert von den Römern als Wehranlage erbaut, kann die bis zu 12 m dicke und 12 m hohe Mauer mit den halbkreisförmigen Bastionen auch heute noch wie auf einer Straße begangen werden. Sie gilt als die besterhaltenste Wehranlage in allen drei Kontinenten, über die sich das ehemalige Römische Reich erstreckt hat, und wurde daher 2000 UNESCO- Weltkulturerbe. Von der die Altstadt umkreisenden Mauer aus hat man einen schönen Blick auf den alten Stadtkern. Auf ihr laufen sich Jogger warm. Einer von ihnen ist nun schon das dritte Mal an uns vorbei gelaufen und hat dabei eine Strecke von 6 km zurück gelegt. Es ist bitter kalt, und die Ausläufer des kantabrischen Gebirges sind ebenso weiß, wie die Dächer der Altstadt, über die die romanische Kathedrale Santa Maria, welche der von Compostela Modell stand, hoch hinausragt.

Im Casa de Mosaico gibt es unseretwegen eine Kinovorführung. Ein als Römer verkleideter Archäologe der Stadt erklärt uns mit Hilfe eines animierten Filmes ihre Geschichte. Immer wieder bin ich fasziniert von römischer Baukunst, die es damals u.a. schon möglich gemacht hat, den Fußboden zu beheizen. Ob es auch schon zur Römerzeit so viele Bettler gegeben hat? Welcher Gesellschaftsordnung wird einmal gelingen, was Voltaire gefordert hat: „Kein Staatsbürger darf so reich sein, um sich einen anderen kaufen zu können, und keiner so arm, um sich verkaufen zu müssen. Duldet weder Reiche noch Arme.“

Übrigens: Lugo ist auch die Geburtstadt des Vaters von Fidel Castro, der hier 1956 verstorben ist.

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