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Als der Kosmonaut Kranochov mit einem Spaceshuttle zur Raumstation gebracht wurde, um dort Wartungsaufnahmen zu übernehmen und für ein paar Wochen einen Kollegen abzulösen, ist er vergessen worden. Auf der Erde nämlich hatten die, die ihn da hinauf geschickt hatten, andere Sorgen. Das System war zusammengebrochen. Ein Mann stand auf einem Panzer, mit gereckter Faust, Entschlossenheit zeigend. Das Bild ging um die Welt, und am nächsten Morgen war sie eine andere. Nicht sichtbar für Kranochov, der alle zehn Minuten von der Nacht in den Tag taumelte, auch nicht hörbar, da der Funk mit der Bodenstation abgerissen war. Nachdem das Bodenpersonal geflohen war, alles Leute, die im System aufgewachsen und in ihm groß werdend leitende Stellungen in der Militärhierarchie übernommen hatten, schien es niemanden mehr zu interessieren, was aus ihm oder der Raumstation würde, die ohnehin längst schon verschrottet hätte werden sollen. Wie aus seinen Tagebuch-aufzeichnungen hervorgeht, hatte er schon nach wenigen Tagen Funkstille begonnen seinen Proviant zu rationieren. Eine lebensrettende Maßnahme hätte es sein können. Doch es soll hier das Ende nicht schon vorweg genommen werden. Ein Ende, das in seiner Tragik alles in den Schatten stellt, was hier auf Erden als menschliche Tragödie verstanden wird. Bleiben wir bei seinen Tagebucheintragungen, die sie uns enthüllen, denn es liest sich mit seinen philosophischen Betrachtungen nicht, wie sich vermuten ließe, als das Tagebuch eines zu Tode Verurteilten. Im Gegenteil: wie eine stellenweise sogar lyrische Abhandlung. Weder weinerlich, noch tröstlich. Sie wurden ein bisschen gekürzt, aber bis zu dem Zeitpunkt, wo Kranochov die Kapsel verlassen hat, um schwerelos zwischen dem Sondermüll abgeschossener Satelliten seinen Tod im Orbit zu empfangen, wörtlich wieder gegeben. 

Am Donnerstag, den 20.November war es soweit. RadioPoly wurde in der Kategorie "Radio" mit dem Media Literacy award (kurz MLA) ausgezeichnet, was uns schon deshalb...

Fotos vom Kirchturm unter Wasser  mit freundlicher Genehmigung von Markus Doyon und Christina Grabherr, die auch einen Blog übers Reisen unterhält und die Tragödie rund...

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Videocollage nach einem Gedicht [vc_video link='https://www.youtube.com/watch?v=-HT0oAtNAd4']...

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Als Luis Stevenson, Autor des Jugendbuchklassikers „Die Schatzinsel“, im Jahre 1878 mit seiner auf den Namen Modestine getauften Eselin auf Maultierpfaden die Cevennen durchstreifte, geschah dies noch keine 100 Jahre nach der französischen Revolution, die den mit der Bluthochzeit 1572 begonnenen Glaubenskrieg, der gegen die dort angesiedelten Hugenotten geführt worden war, beendet hat. Um den Widerstand zu brechen und den absolutistischen Anspruch durchzusetzen, der im Leitspruch des Sonnenkönigs „une roi, une loi et une foie“ zusammen gefasst war, ließ Ludwig XIV 450 Weiler in den Cevennen niederbrennen. Zahlreiche Monumente und Denkmäler in der Region erinnern daran, dass der „wilde Süden Frankreichs“ mit seiner Bergguerilla, den Maquisards, auch während der deutschen Besatzung ein Zentrum des Widerstandes war. Entlang den aus Bruchstein geschichteten Feldmauern trieben Hirten aus dem Languedoc auf den vor Jahrhunderten angelegten Maultierpfaden, welche die abgelegenen Weiler zwischen den Kämmen und den Talsohlen der Cevennen verbinden, ihre Schaftrecks auf die Gebirgsweiden, brachten Händler ihre Waren in die an den Talausgängen liegenden Marktflecken oder trafen Pilger auf ihrem Weg nach Santiago de Compostela. Heute sind es zum Teil gut ausgeschilderte Wege, die unter schattenspendenden Kastanienbäumen, dem ehemaligen Brotbaum der Cevennen, unter dessen besonders ertragreichen Zweigen Netze ausgelegt sind, Teppichen von Ginster und Kermeseichen, die nach Brandrodung und Holzschlag im Mittelalter die riesigen Eichenwälder verdrängt haben, zu langen Wanderungen einladen. Wer keinen Proviant mithat, wird der Stadtflucht wegen kaum eine Gelegenheit finden, irgendwo einzukaufen geschweige denn einzukehren, aber er wird Hunger und Durst stillen können, indem er am Wegrand Blaubeeren oder über Steinmauern hängende Weintrauben pflückt und sich nur bücken muss, um mit seinen Händen das kristallklar sprudelnde Wasser aus den talwärts fließenden Quellen zu schöpfen.

Was Ebbe uns bloß legt der Schlick auf dem Sand weint um die Flut weint um den Strand vergessenes Gut verlorenes Land Mahlstrom der Zeiten ...