Szeneviertel: Camden Lock Market

Habe in den 10 Tagen meines Aufenthaltes in London sicher nicht alles Sehenswürdige mit der Tube und auf Schusters Rappen abgeklappert, bin aber froh, dass ich Camden Lock Market nicht ausgelassen habe: Ein ganzes Stadtviertel, in welchem sich auf der ehemaligen Kutscherroute nach Hampstead in aufgelassenen Industrieruinen avantgardistische Handwerks- und angesagte Designerbetriebe mit Pubs und open-air-Küchen angesiedelt haben. Von Vintage bis Gothic, jedes Kaufbedürfnis wird hier befriedigt.  Wöchentlich sind es 500.ooo Besucher, die diese Schnäppchenmärkte aufsuchen oder einfach nur sich den kulinarischen Genüssen aus den Küchen aller Kontinente hingeben. Obwohl manche Teile des überdachten Marktes, welcher große Ähnlichkeiten mit einem orientalischen Suk aufweist, mehrmals niederbrannten und einer großen  Textilkette hätten weichen sollen, ließen sich die Standbesitzer unterstützt durch hartnäckigen Protest der Bevölkerung nicht vertreiben.
Wieder hatte ich Glück mit dem Wetter und so genoss ich das Herumstreunen im Wissen darum, dass es wohl für viele Jahre oder möglicherweise für immer das letzte Mal war, dass ich Europas Metropole sehen und Teile davon als traveler und tourist kennen lernen durfte.
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Der Mann von Judpreeth, Gargan, – wenn ich seinen Namen richtig schreibe -, aber auch sein Bruder, der Happy heißt, sind Kabbadi-Spieler. Nie was davon gehört? Dann jetzt und sicher bald mehr, da es sich dabei um eine Sportart handelt, die sicherlich bald auch zu den olympischen Disziplinen gehören wird. Etwas zwischen Wrestling und Sumoringen, aber als Mannschaftssport. Gargan kann nach einer Knieoperation derzeit nicht eingesetzt werden, – man sieht ihn auf dem Foto mit einer Beinübung vor dem Fernseher -, und Happy ist nach dem Spiel vom Sonntag auch ziemlich lädiert zurück gekommen: Vermutlich Muskel- oder Bänderriss. Eine ziemlich gefährliche Sportart also. Eine für richtige Männer.

Übrigens gilt Spucken hier als Beleidigung und wird mit £ 80 bestraft. Man stelle sich einmal vor, dass jeder spuckende Türke, Serbe oder österreichische Fußballer 100 € zahlen müsste. Wenn das in Österreich durchgesetzt würde, wäre der Staat im Nu saniert.

Dass ich mich schnell heimisch, wohl und sicher fühlen durfte, verdanke ich vor allem Judpreeth und ihrer Familie, die sich fürsorglich um mich gekümmert, aber auch Simret, die – wann immer es ihre freie Zeit erlaubt hat – mich in tiefere Schichten Londons eingeführt hat.
Ein Blog, den ich Touristen und/oder Travelers empfehlen will, ist dieser.

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