11 Feb. Kathedrale aus Schiefer
Entlang gut geteerter Straßen, gesäumt von Pinien- und Eukalyptuswäldern, gelangen wir über Ferrol, der Geburtstadt des 1974 friedlich verstorbenen Diktators Franco, nach Ribadeo. Die Stadt an der...
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Entlang gut geteerter Straßen, gesäumt von Pinien- und Eukalyptuswäldern, gelangen wir über Ferrol, der Geburtstadt des 1974 friedlich verstorbenen Diktators Franco, nach Ribadeo. Die Stadt an der...
Wir sind keine Pilger. Um als solche zu gelten, müssten wir wenigstens 100 Kilometer auf dem Jakobsweg zu Fuß zurück legen, der als camino del Norte über das...
Betanzos liegt im Mündungsgebiet zwischen zwei schlauchartigen Flussmündungen, den galicischen Rias, in denen sich Süßwasser mit dem Meerwasser des Atlantik mischt, und hat einen schönen Stadtkern,...
Um alle Sinneskanäle zu erreichen und damit das Erlebnis der Erinnerung möglichst lebendig wieder hervorzuholen, nutze ich auf Reisen das VAKOG-Modell. Die Großbuchstaben stehen für...
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Wer von uns wünscht sich nicht, einmal ein anderer zu sein. Wenigstens für einen kurzen Augenblick ein anderer. Nicht sich hineindenken in einen anderen. Ich meine nicht Empathie, nicht das flüchtige Verstehen eines anderen, keine Identifikation, keine Nachahmung, kein Spiel mit Identität. Einmal ganz und gar ein anderer sein. Nicht, weil ich verzweifelt bin und deshalb nicht ich selbst sein will; nicht, weil ich ungelöster Probleme wegen eine Selbstflucht als letzte Rettung sehe; auch nicht, weil ich mich in meiner Haut nicht wohl fühle; in letzter Konsequenz will ja niemand mit einem anderen tauschen. Und es hätte auch keinen Sinn. Angenommen, du weißt, dass du es nicht mehr lange machst; was würde es dir nützen, ein anderer zu sein? Hättest du tatsächlich dann ein anderes Selbst, wüsstest du gar nicht mehr, dass es dich mit diesem Wunsch gegeben hat. Das käme ja einer Selbstauslöschung gleich. Nicht tauschen also wollte ich, sondern für einen kurzen Zeitraum nicht ich, sondern ein anderer sein. Nein, nicht verschmelzen. Es gibt kein Verschmelzen von Ich und Du. Selbst das Wir sind zwei. Wir können noch so viele Rollen spielen und uns aufspalten in bi- oder tripolare Persönlichkeiten, nie aber werden wir ein anderer sein. Alles das war abgehakt. Nur das Nie wollte ich nicht akzeptieren. Es musste einen Weg geben und ich würde ihn gehen, wenn ich ihn gefunden habe. Es würde ein riskantes Unterfangen sein, aber mich hat schon immer das angespornt, was unmöglich scheint. Wer aber wollte ich sein? Irgendein Idol, dem die Massen zujubeln, oder jemand, der im Geld schwimmt? Nein. Wenn es möglich sein sollte, -und alles, was wir uns vorstellen, ist möglich - mein Ich zu verlassen, um in die Haut eines anderen zu schlüpfen, dann sollte es mein Mann sein. Mein Mann. Das war am naheliegendsten. Wie oft, - und das kennst du wahrscheinlich genauso gut wie ich -, habe ich mich gefragt, was im Kopf eines anderen vorgeht, im Falle meines Mannes zB., wenn er sich nach einem Streit zurückzieht. Da würde ich gerne seine Festplatte hacken und den Datenspeicher nach Infos absuchen, die dieses Schweigen begründen, aber auch, weil niemand nicht denken kann, wissen wollen, welchen Gedanken er gerade nachhängt, während er schweigt. Aber in ein anderes System eindringen, auch wenn es nicht in der Absicht geschieht, dort die Kontrolle zu übernehmen, ist nicht das gleiche, wie ganz und gar, mit Haut und Haar – das reimt sich sogar - ein anderer sein zu wollen.