Wenn nämlich der Tod kommt, habe ich begonnen und dann eine lange wirkungsvolle Pause gemacht, um die SchülerInnen aufzuwecken, bist du noch nicht tot, weil er ja erst kommt. Erst wenn er gegangen ist, darfst du Tod mit hartem t schreiben, aber bitte kleingeschrieben, weil es ja eine Eigenschaft ist und auf „wie“ antwortet. Zb.: Der Mann lag tot auf der Straße. Wie lag er auf der Straße? Wie tot. Nein: Nur tot. Du darfst das Fragefürwort nicht in die Antwort hinein nehmen. Wenn er wie der Tod da läge, wäre er noch nicht tot. Wenn man aber tot ist, hat man dann noch Eigenschaften? Nein, die hat man dann gehabt. Das hat aber nichts mehr mit Grammatik zu tun. Aber ein Toter kann schön sein?, fragt Asya. Beim Begräbnis vom Bürgermeister haben Sie auch gesagt, das war eine schöne Leich.  Du warst beim Begräbnis? Nein, das war im Fernsehen. Ja, das stimmt schon. Auch der Tod kann schön sein. Bitte, was soll am Tod schön sein?, fragen Serkan und Asya gleichzeitig. Jetzt sind auch die anderen aufgewacht. Natürlich Tod kann sein schön, beteiligt sich nun auch Daniel. Meine Großmutter hat schöne Tod g’habt. Zuerst nicht mehr wissen, wie heißen, und dann einfach schlaft ein. Ich will ihn nicht ausbessern. Kommt ja selten genug vor, dass er sich zu Wort meldet. Irgendwie scheint mir die Stunde zu entgleiten.

Wie er den nokiarufton hasst. Selbst noch bei der überquerung der maghellanstraße – mitten auf hoher see – in der kabine der fähre, die ihn nach feuerland bringt, the uttermost part of world, schreckt ihn dieser signalton aus seinen gedanken, die er sich macht, sich machen muss, weil es doch immerhin für einen selbst denkwürdig ist, wenn man das ziel seiner reise zu erreichen beginnt. Er selbst hat das handy auf diese nicht mitgenommen. Warum auch sollte er auch noch dort erreichbar sein. Einige mitreisende nesteln hektisch ihre handys aus den jacken- oder handtaschen, die einen, um befriedigt festzustellen, dass es nicht ihres ist, das geläutet hat, ein anderer, der nach nervösem suchen es gerade noch schafft abzuheben, bevor er mit einem anderen piepston darauf aufmerksam gemacht würde, dass er eine nachricht erhalten hat. Das dröhnen der schiffsmotoren dürfte ihm mehr zu schaffen machen als die tatsache, dass wir alle zeugen seines gespräches werden. Lautstark teilt er mit, dass er gerade auf der fähre ist. Ein kontrollanruf, denkt er - ein bisschen schadenfroh – abgelenkt von den denkwürdigen gedanken, die er sich gerade machen hatte wollen.