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[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=ujVxbUQwyUg&hl=de_DE&fs=1&border=1] Wieder in Wien wurde ich darüber informiert, dass  der Verein "Purple Sheep" Aktivisten sucht, die bereit sind, die Asylwerber bei ihrem Gang zur Polizeiinspektion im 2.Wiener Gemeindebezirk durch ihre Anwesenheit zu unterstützen. Es war das zweite Mal, dass Karin Klaric vom Verein zur Förderung und Einhaltung der Rechte von AsylwerberInnen und Fremden die bei Ute Bock hauptamtlich gemeldeten obdachlosen Asylwerber fremden- und asylrechtlich berät und sie auf die PI in Leopoldstadt begleitet. Interview zur Hintergrundinformation [youtube=http://www.youtube.com/watch?v=cRQ8Kx_sLW0&hl=de_DE&fs=1&border=1] Wie auch im Standard nachzulesen (Irene Brickner/DER STANDARD-Printausgabe, 1.6.2010): Seit Jänner nämlich müssen obdachlose Asylwerber über eine Registrierung hinaus alle zwei Wochen bei der Polizei vorsprechen. Auch ihre behördliche Post müssen sie mittlerweile bei der Polizei abholen. Leicht nachvollziehbar, dass Asylwerber - und das betrifft nicht nur die 1500 beim Flüchtlingsverein von Ute Bock Angemeldeten aus Angst abgeschoben zu werden, diesem Ansinnen nur in Begleitung einer Rechtsberaterin Folge leisten wollen.

Heute war ich mit meiner Mutter im Silbertal.  Das hat seinen Namen, weil hier vor über tausend Jahren Bergleute Kupfer, Eisen und Silber abgebaut und verhüttet haben. Es liegt weit hinten im langgestreckten Tal des Montafon. Vom sonnenseitig gelegenen Kristberg aus, der auch über eine Seilbahn erreichbar ist, sieht man  die noch immer vom Schnee gekrönte  Verwallgruppe, den Rätikon und die Silvretta. Auf dem Weg ins Silbertal, das schon vor 5000 Jahren besiedelt wurde, wie archäologische Funde beweisen,  liest meine Mutter die rätoromanischen  Orts- und Bergnamen wie vertraute Runen. "Der Montjola: Da war ich als Kind mit meinem Vater."  Tschagguns, Vandanz, Gallehr, Schruns: Jeden Ort verknüpft sie mit Erinnerungen an ihre Kindheit. Auch ich müsste mich eigentlich erinnern können, da ich - wie das Foto zeigt - 10 Jahre alt war, als uns 1958 mein Vater mit seinem Topolino (Mäuschen), der ein Faltdach und gelb leuchtende, ausschwenkbare Blinker hatte, auf die Silvrettahochalpenstraße mitnahm. Meine Mutter jedenfalls weiß noch, dass sie ein blaues Seidenkleid trug und damit viel zu leicht gekleidet war für dieses Unternehmen: "Er hat mir nicht gesagt, wohin wir fahren."  "Typisch Vater", denke ich. Wie wir aber in das Auto gepasst haben, bleibt mir ein Rätsel: 4 Kinder, 2 Erwachsene.

Ein Spaziergang durch die Straszen von Grenoble, einer durch die Universitaeten weltoffene Stadt, die kennen zu lernen ich 1993 das Vergnuegen hatte, zeigt mir, dass  sich hier kaum etwas veraendert hat.  Mit der ersten Sonne, die auch in Frqnkreich lange auf sich warten liesz, ist das Leben auf den Straszen wieder zurueck gekehrt. Man sitzt mit Freunden in den zahllosen Cafes auf der Strasze in verkehrsberuhigten Zonen oder geht - falls man Kinder hat - in den Parc de Jardin, in welchem uralte Platanen Schatten spenden. [slideshow] Grenoble liegt eingebettet zwischen den Gebirgsstoecken der Chartreuse und dem Vercors,  in die sich L'Isere eingegraben hat.  Die landschaftlich reizvolle, aber auch strategisch guenstige Lage hat schon die Roemer angelockt, die am Ufer der Isere ihr Lager aufgeschlagen hatten.  Grenoble spielte waehrend der franzoesischen Revolution eine Vorreiterrolle und war mit seiner Umgebung das Zentrum des Widerstands im Zweiten Weltkrieg.