Oma steht mit der Katze im Arm am Treppenaufgang. Sie stirbt, sagt sie. Sie liegt wirklich wie tot auf ihrem Arm. Nicht wie tot. Wie etwas, das sich alles gefallen lässt, weil es zu kraftlos ist sich zu wehren. Ratlos steht sie da. Sie hebt die Katze hoch, um mir zu zeigen, dass sie nur noch ein wehrloses Bündel ist. Auch ich bin ratlos. Hier scheint alles zu sterben oder gestorben zu sein. Wenn sie die Zeitung aufschlägt, sind es die Todesanzeigen, die ihr ausschließliches Interesse finden. Wenn ich sie mit dem Auto mitnehme, kennt sie jede Kurve, wo jemand tödlich verunglückt ist. Und hier – sie zeigt auf ein Haus an einer Kreuzung – hat sich die Tochter vom Metzger ins Kühlhaus gesperrt. Am nächsten Morgen macht der Vater auf und findet sie erfroren. Ist das nicht schrecklich? Nach längerem Schweigen: Da vorne hat der Mann von der Hilde nicht mehr bremsen können und ist mit dem Fahrradpedal auf dem Gehsteigrand angekommen. Seither ist er querschnittgelähmt. Das ist für die Hilde ein ziemlicher Schlag gewesen. Wer ist Hilde? Du kennst die Hilde nicht? Ihr Vater ist wie meiner tot vom Stuhl gefallen. Hirnschlag. So schnell kann’s gehen.