Visits: 122

Vorbei an der Festung Szümeg zum Plattensee, über Budapest und Szeged Richtung Rumänien. Wir wollen nach Arad. Dort wohnt ein Ehepaar, das meinen ungarisch-stämmigen Schulfreund eingeladen hat. Das erste Mal werde ich mit der ungarischen Tiefebene den Osten Ungarns und den eng mit der Habsburgmonarchie verknüpften Banat kennen lernen, eine geschichtsträchtige Gegend: Mongolen, Türken und die Habsburger hinterließen hier ihre Spuren. Wir nehmen eine der radial von Budapest über Szeged in den Osten der Pannonischen Tiefebene wegführende Autobahn. Von dort über die rumänische Grenze, an der man eine Vignette für 2 Wochen ersteht, sonst aber nicht kontrolliert wird. Wir sind in Transsilvanien. "Kennst du den?", fragt T. "Achtung! Achtung! Wir überfliegen eben Rumänien. Halten sie ihre Uhren fest!  Oder - noch besser - den: Treffen sich Ceausescu, Cruschtschow und der ungarische Präsident, um ein für alle Mal die Frage zu klären, wer sich im Banat früher  seßhaft gemacht hat und wem aus diesem Grunde dieser Teil der Erde zugesprochen werden sollte:  Den Ungarn oder den Rumänen. Der Vertreter Ungarns holt aus und schildert, wie die Hunnen aus den zentralasiatischen Steppen mit ihren erschöpften Pferden an einen  Teich im heutigen Banat gekommen sind, um sich auszurasten.  Am nächsten Morgen sind die Pferde verschwunden gewesen, führt er aus. Da fällt ihm Ceausescu ins Wort und sagt: Wir waren das nicht!" Noch heute schwelt dieser Konflikt und Ungarn unter Orban träumt von den Gebieten, die es verloren hat. An einem Bahnübergang ein Wärterhäuschen wie aus einem Bilderbuch des vergangenen Jahrhunderts. Ein Mann sitzt davor und schmaucht ein Pfeifchen. Dann, als der Zug vorbeigedonnert ist, kurbelt er mit der Hand die Schranken wieder hoch. [slideshow]