Dieser Audiobeitrag entstand im Rahmen eines Workshops mit VolksschullehrerInnen in Graz. [audio mp3="https://hostnig.at/wp-content/uploads/2015/03/fruehlingsgefuehle.mp3"][/audio] Aufnahmen vom letzten Schnee in diesem Winter [gallery type="slideshow" size="large" ids="9021,9023,9020,9019,9018,9025,9017,9016,9022,9024,9026,9027"]...

Breitbeinig steht er vor dem Aushub und schält bedächtig eine Banane. Er schaut hinunter zu dem Arbeiter, der mit einem Pressluftbohrer zugange ist und einen ohrenbetäubenden Lärm macht, stopft die Banane Bissen für Bissen in seinen Mund und wirft die Schale achtlos in das Loch, als müsste auch dieses gefüttert werden. Sein Blick streift eine Frau mit hennagefärbtem Haar, das ihr schmales Gesicht wie Feuer umlodert. Sein Mund will ihr hinterher pfeifen, ist aber noch von der Banane zu voll. Sie scheint um ihre Wirkung auf Männer zu wissen und schleudert in einer ausholenden Bewegung ein Ende ihres grünen und mit dem Rot der Haare kontrastierenden Schals um den Hals. Fast hätte sie ihn getroffen. Die Hände in den schwarzen Taschen ihres schahcmattMantels begraben, eilt sie auf das Lokal zu, von dessen Frontscheibe aus das Geschehen auf der Straße beobachtet werden kann, als wäre dort eine für Passanten und Besucher versteckte Kamera installiert. In dem Café sitzt ein etwas älterer Herr mit Brille. Er blättert – bei jeder Seite die Finger befeuchtend - in einer rosafarbenen Zeitung, schaut kurz auf, nimmt einen Schluck aus dem Glas mit dem perlend aufsteigenden Wasser, während die Frau kurz innehält, sich im Raum umblickt, um daraufhin mit einem angedeuteten Lächeln des Wieder-erkennens auf den Tisch zuzusteuern, an dem der ältere Herr mit der Brille Platz genommen hat. Ohne ihn zu grüßen, - als hätte sie sich eben vor wenigen Augenblicken von ihm getrennt -, lässt sie sich in den gepolsterten Stuhl fallen. Er nimmt keine Notiz von ihrer Gegenwart und legt nicht etwa die Zeitung beiseite, sondern vertieft sich im Gegenteil in einen Artikel, der seine ganze Aufmerksamkeit beansprucht. Vielleicht aber tut er auch nur so, denn er ist noch immer sehr aufgewühlt. Heute hat ihn zum ersten Mal ein Jugendlicher mit dem gleichen Zug überrascht, den seine Tochter ihm in einem an ihn adressierten Brief vorgeschlagen hatte. Das war vor wenigen Monaten. Seither verging kein Tag, an welchem er nicht Gegner in Hinterzimmern oder in Parks mit auf Beton gemaltem Schachbrett herausforderte oder gegen sich selbst spielte, wobei er sein Selbst in sein Ich und in das seiner Tochter aufspaltete. Die einzige Zeit, in welcher er nicht von Schuldgefühlen gemartert wird;